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DANIELE SIGALOT, Please take this seriously

Die neue Ausstellung in der Gallery Hotel Art

Ausstellung ab 22. März 2025 in der Gallery Hotel Art

Kuratiert von Valentina Ciarallo

Die Lungarno Collection widmet sich erneut der Kunst und präsentiert ein neues Projekt, das ihre Sammlung an Kooperationen erweitert. Seit 2000 fördert die Gallery Hotel Art im Vicolo dell’Oro 5 den kreativen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst, den Florentiner Bürgern und den internationalen Hotelgästen.

 

Please Take This Seriously präsentiert sich als Einladung, funktioniert jedoch zugleich als Paradox. In dem Moment, in dem die Einladung angenommen wird, beginnt sie zu zerbrechen. Je ernster man versucht, sich mit ihr auseinanderzusetzen, desto unpraktischer wird sie. Diese subtile Spannung zwischen Absicht und Scheitern bildet die Grundlage der gesamten künstlerischen Forschung von Daniele Sigalot, Römer von Geburt und Berliner aus Wahl. Heute befindet sich sein Atelier im römischen Gazometro und trägt den Namen „La Pizzeria“: ein Treffpunkt und Aktionsraum, offen für kreative Veranstaltungen und Kooperationen. Hier entstand auch die berühmte „Coppa Pizzeria“, ein respektloses internationales Turnier, das Fußball und Performancekunst miteinander verbindet. Im Laufe der Jahre hat das Projekt ein visuelles Universum entwickelt, das Gewissheiten erschüttert und Konventionen infrage stellt, wobei Ironie zu einem scharfen Instrument kritischer Reflexion wird.

Daniele Sigalot, geboren 1976 in Rom, ist ein italienischer Künstler, der für seine konzeptuellen Installationen, seine ironische Bildsprache und den Einsatz industrieller Materialien bekannt ist. Im Zentrum seiner Praxis steht die Spannung zwischen der scheinbaren Beschaffenheit von Materialien und ihrer tatsächlichen Identität. Kontraste dienen ihm als Mittel, Wahrnehmungen herauszufordern und Bedeutung zu erzeugen. Nachdem er viele Jahre zwischen Barcelona, London und Berlin gelebt und gearbeitet hatte, kehrte er nach Italien zurück und gründete sein Atelier – ironischerweise „La Pizzeria“ genannt – zunächst in Neapel und heute im römischen Stadtteil Gazometro. Als Atelier und zugleich als Ort der Begegnung konzipiert, beherbergt La Pizzeria kreative Projekte, Performances und Kooperationen, darunter die renommierte Coppa Pizzeria, ein respektloses internationales Fußballturnier, das sich zu einer groß angelegten kollektiven Performance entwickelt hat. Sigalots Werke wurden in bedeutenden Institutionen und öffentlichen Räumen ausgestellt, darunter die Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea in Rom, der Flughafen Leonardo da Vinci in Rom, der Flughafen Mailand Malpensa, der Königspalast von Caserta, das MOAD in Miami, der Dogenpalast in Genua, die Triennale Milano, der Königspalast von Neapel sowie die Uffizien in Florenz.

Die Ausstellung in Florenz präsentiert eine Auswahl von Werken, die speziell für das Gallery Hotel Art geschaffen wurden, und vereint die charakteristischen Elemente seiner künstlerischen Praxis – von den ikonischen Post-its aus lackiertem Aluminium über das originale, ortsspezifische Werk The Ping Pong Paradox bis hin zu einer neu interpretierten Installation polierter Stahlflugzeuge mit irisierenden Spitzen. Gewöhnliche, vertraute Alltagsgegenstände werden in eine unerwartete Dimension versetzt, in der Leichtigkeit mit einer scharfsinnigen Reflexion über das Kunstsystem und die Mechanismen, die es prägen, verschmilzt. Die farbenfrohen Post-its werden in unterschiedlichen Größen präsentiert – von Maxi- bis zu Mikroformaten –, wobei sie stets ihre klassische quadratische Form beibehalten. Selbst die kleinsten Exemplare erinnern an die ursprünglichen Haftnotizen, die normalerweise für schnelle Gedanken, vorübergehende Erinnerungen und Botschaften verwendet werden, die im Strom des Alltags wieder verschwinden. Sigalot jedoch kehrt ihre vergängliche Natur um und verleiht ihnen durch die Verwendung eines kalten und dauerhaften Materials wie Aluminium Beständigkeit. Was ursprünglich als Träger privater Notizen gedacht war, wird zu einer Oberfläche für eine gemeinsame Botschaft. Dabei bleiben die Unmittelbarkeit der Geste und die Spontaneität des Gedankens erhalten, während die ursprüngliche Funktion vollständig auf den Kopf gestellt wird.

Das gesamte Ausstellungsprojekt basiert auf einem Spiel aus Illusionen und Verschiebungen, in dem Schein und Wirklichkeit, Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit, Sinn und Unsinn nebeneinander bestehen, ohne sich jemals vollständig aufzulösen. Sigalot entwickelt eine visuelle Sprache, die auf Ambivalenz und Dualität gründet und den Betrachter in einen Zustand der Verfremdung versetzt, der zwischen Unterhaltung und Reflexion schwebt. In diesem instabilen Gleichgewicht wird Ironie zu einer Strategie des Überlebens – zu einer Form kritischen Widerstands gegen eine Realität, die zunehmend dazu neigt, alles zu spektakularisieren und zu vereinfachen, selbst die Kunst.

Please Take This Seriously ist daher als bewusste Täuschung zu verstehen: ein Titel, der das Publikum herausfordert und dazu einlädt, das Paradox nicht aufzulösen, sondern es zu bewohnen.