Amerigo Vespucci

Geboren im Jahre 1454, begab sich Amerigo Vespucci als junger Mann in den Hof von Lorenzo de Medici und seinem Cousin Lorenzo di Pierfrancesco, der als einer der gebildetsten Männer seiner Zeit galt (Kuriosität: Lorenzo ist der mysteriöse Merkur auf der linken Seite des Gemäldes "Frühling" von Botticelli). Im Kreise außergewöhnlicher Gelehrter war Amerigo so in der Lage, sich geographisches und kosmographisches Verständnis anzueignen. Geographische Interessen waren das zentrale Thema der florentinischen Kultur zu dieser Zeit, vor allem die Frage, wie man China und Japan erreichen könnte. China war mongolischen Herrschern verfallen und Persien war zum Islam konvertiert.

Als Navigationsexperte verließ Amerigo Vespucci 1491 Florenz um sich nach Sevilla zu begeben, wie von Lorenzo di Pierfrancesco angeordnet. Hier trifft er auf Christopher Kolumbus. Im Jahre 1499 segelt Vespucci gen Westen um die südlichen Küsten des von Kolumbus entdecken Landes weiter zu erkunden. Amerigo Vespucci erkannte, dass Kolumbus nicht eine Route nach China entdeckt hatte, sondern einen neuen Kontinent. In seinen Briefen an Lorenzo di Pierfrancesco Medici beschreibt Vespucci diese Länder als die "Neue Welt".

"Ich kam in das Land der Antipoden, und erkannte es als den vierten Teil der Erde. Ein Kontinent mit einer Vielzahl an Menschen und Tieren und bewohnter als Europa, Asien oder Afrika."

Die Nachricht dieser Briefe verbreitete sich in ganz Europa und erreichte den deutschen Kartographen und Humanisten Martin Waldseemüller, der in seinem Werk "Cosmographiae Introductio" im Jahre 1507 den Namen Amerika für den neuen Kontinent  vorschlug, benannt nach Amerigo Vespucci.